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  • AutorenbildDaniel Canek Barrera Gonzalez

Reformbedarf der Juristenausbildung

Aktualisiert: 18. Juli 2018

Derzeit ist viel die Rede von einem latenten Mangel an Richtern und Staatsanwälten. Auch die Diskussion um eine Reform der Juristenausbildung sollte hiermit verknüpft werden.


Nachwuchssorgen

Die Justiz hat mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Der Deutsche Richterbund hat seine wiederholten Warnungen vor einem dramatischen Personalmangel in der Justiz bekräftigt und kurzfristig die Einstellung von 2000 zusätzlichen Richter*innen und Staatsanwält*innen gefordert, da ansonsten der Rechtsstaat zu erodieren drohe. Im Wesentlichen gäbe es hierfür zwei Gründe: Die gewaltige Pensionierungswelle, welche die schon heute sehr angespannte Personalsituation in den kommenden zehn bis 15 Jahren noch deutlich verschärfen werde, da durch das Ausscheiden von rund 40 Prozent aller bundesweit beschäftigten Jurist*innen bis 2030 der Justiz mehr als 10.000 Richter*innen und Staatsanwält*innen verloren gingen. Sowie den seit Jahren anhaltenden Rücklauf der Zahl der Nachwuchsjurist*innen.


Studium und Beruf müssen attraktiver werden

Wer wie Ich alltäglich mit der Ausbildung von werdenden Jurist*innen beschäftigt ist, den wundern die Nachwuchssorgen der Zunft nicht im Geringsten:


  1. Kein anderer Studiengang wirkt so reformbedürftig: Wir leisten uns bundeseinheitlich immer noch ein vor allem rechtswissenschaftlich ausgelegtes Jurastudium ohne echte Spezialisierungsmöglichkeiten und mit dem Ausbildungsziel: Befähigung zum Richteramt

  2. Die Digitalisierung, welche die Praxis oftmals bereits dominiert, findet in den Unis kaum statt;

  3. Spitzenabsolventen zieht es immer noch v.a. in die Großkanzleien, da vermeintlich (nur) dort die üppigen Gehälter die Strapazen des Studiums nachträglich wettmachen;

  4. Die Justiz ist und bleibt insgesamt einer Männerdomäne; auch wenn in den letzten Jahren einiges für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan wurde, bleibt hier vieles im Argen;

Eigentlich ist es da nur verständlich wenn der Nachwuchs "lieber irgendetwas mit Medien" studieren und später mal machen will. Wer also dafür Sorge tragen möchte, dass wir auch in Zukunft noch fähige und leistungsstarke Köpfe in der Justiz haben, der muss auf eine echte Reform des Studiengangs Rechtswissenschaften drängen. Vielleicht sollte man gleich mit dem Namen beginnen: Wie wäre es denn mit Studium des Rechts. Praktisch, einfach, gut!

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